Würzburg (POW) Domkapitular Monsignore Günter Putz ist ab 1. November 2009 neuer Domdekan an der Kathedralkirche zu Würzburg. Die Mitglieder des Domkapitels wählten den 59-jährigen Schulreferenten der Diözese am Dienstagvormittag, 29. September, zum Nachfolger des bisherigen Domdekans Prälat Kurt Witzel (71), der Ende Oktober altersbedingt seine Aufgaben als Domkapitular und Domdekan abgibt. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann bestätigte die Wahl. Das Amt des Domdekans wird Putz neben seiner Tätigkeit als Schulreferent ausüben.
Günter Putz wurde 1950 in Würzburg geboren und stammt aus der Würzburger Pfarrei Heiligkreuz. Nach dem Abitur am Röntgen-Gymnasium studierte er in Würzburg Theologie und erwarb das Theologische Lizentiat. Am 29. Juni 1975 weihte ihn Bischof Dr. Josef Stangl in Würzburg zum Priester. Als Kaplan war Putz zunächst zur Aushilfe in Ostheim vor der Rhön und Sailauf eingesetzt. Im September 1975 kam er nach Untersteinbach, ein Jahr später nach Kitzingen-Sankt Johannes, wo er auch als Dekanatsjugendseelsorger wirkte. 1978 wurde Putz zum Bischöflichen Sekretär ernannt, ab 1980 war er Domvikar. 1983 ernannte ihn der Bischof auch zum Seelsorger der Würzburger CV-Verbindungen. Im Mai 1984 übernahm Putz die Leitung des Bischöflichen Knabenseminars Kilianeum in Bad Königshofen und unterrichtete gleichzeitig am Gymnasium Bad Königshofen. Seit 1985 war er im Dekanat Rhön-Grabfeld auch Stellvertreter des Dekans sowie Beauftragter für Priester- und Ordensberufe und ab 1990 auch Präses für Liturgie und Kirchenmusik. 1991 wechselte Putz als Ordinariatsrat ins Bischöfliche Ordinariat Würzburg und übernahm die Leitung der Hauptabteilung Schule und Erziehung. Zugleich wurde er Geistlicher Beirat des Sachausschusses Erziehung und Schule des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg. Seit 1998 ist er Domkapitular und übte von 1998 bis Ende 2008 auch das Amt des Sekretärs des Domkapitels aus. Im Jahr 2000 wurde er auch Referent für die Hochschulseelsorge.
Putz nimmt außerdem zahlreiche zusätzliche Aufgaben auf Diözesan- und Landesebene wahr. So ist er Mitglied im Priesterrat, seit 1991 Vertreter des Ordinariats im Stiftungskuratorium des Studienseminars Julianum, seit 1996 Vorsitzender des Priestervereins der Diözese Würzburg und Mitglied im Verwaltungsausschuss der Emeritenanstalt, seit 1997 Vertreter des Bischöflichen Stuhls im Vorstand des Ferdinandeums, seit 2000 Vorsitzender des Vereins Studentenburse und Vorstandsvorsitzender der Franz-Oberthür-Schulstiftung, seit 2001 Vorsitzender des Beirats der Caritas-Schulen gGmbH und seit 2007 auch Geistlicher Beisitzer des Vereins Elisabethenheim Würzburg. Von 2001 bis 2006 war er außerdem Vorsitzender der Sankt-Kilians-Konfraternität. Auf Landesebene agiert er als Vertreter der bayerischen Schulreferenten im Landeskomitee der Katholiken in Bayern, vertritt die Diözese Würzburg im Bayerischen Klerusverein und war von 2001 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender der Schulabteilungsleiter der deutschen Bistümer.
Seit vielen Jahren ist er besonders der studentischen Jugend ein Ansprechpartner. Er ist Geistlicher Beirat des KKV Constantia Würzburg und des Jung-KKV sowie seit 1997 Philistersenior in der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Markomannia in Würzburg und seit 2004 Ehrenphilister bei der Guelfia in Würzburg. Außerdem war er zeitweise auch Seelsorger des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen. 1997 wurde Putz in die Gemeinschaft der Familiaren des Deutschen Ordens aufgenommen. Seit 2000 ist er außerdem Aufsichtsrat und Mitherausgeber der „Tagespost“. Sein besonderes Engagement gilt der Seligsprechung des im Konzentrationslager Dachau gestorbenen Pfarrers Georg Häfner. Putz war hierbei von 1986 bis 2002 Postulator beim Bischöflichen Erhebungsverfahren für die Seligsprechung des NS-Märtyrers. Papst Johannes Paul II. würdigte den Einsatz Putz‘ 2003 mit der Ernennung zum Monsignore.
Aufgaben des Domdekans
Der Domdekan gehört neben dem Dompropst zu den zwei Dignitäten – vom lateinischen Wort für Würde – in den Reihen der zehn Mitglieder des Würzburger Domkapitels. Zusammen mit dem Dompropst vertritt er das Domkapitel in inner- und außerkirchlichen Angelegenheiten. Die Aufgaben des Domdekans als zweitem Dignitär umfassen außerdem die disziplinäre Aufsicht in Angelegenheiten des Domkapitels und die Verantwortung für Liturgie und Musik im Dom. Bei Abwesenheit des Dompropstes vertritt er diesen als Vorsitzenden des Domkapitels. Für die Aufgabe eines Domdekans wie auch eines Domkapitulars geeignet ist nach dem Kirchenrecht nur ein Priester, der sich durch Rechtgläubigkeit und unbescholtenen Lebenswandel auszeichnet und seinen Dienst in lobenswerter Weise ausgeübt hat. Der Bischof bestätigt die Wahl des neuen Domdekans durch das Domkapitel. Als Mitglied des Kapitels hat der Domdekan einen Platz im Chorgestühl des Kiliansdomes. Ebenso fungiert er wie die anderen Mitglieder als Rat des Bischofs und hat Sitz und Stimme in der Ordinariatssitzung, im Allgemeinen Geistlichen Rat.
Die Amtszeit des Domdekans ist wie die der anderen Mitglieder nicht begrenzt. Jedes Mitglied des Domkapitels soll aber bei Vollendung des 70. Lebensjahrs den Verzicht auf seine Stelle anbieten. Der Verzicht bedarf der Annahme durch den Bischof. Das gesamte Domkapitel hat die Aufgabe, an den feierlichen Gottesdiensten im Dom zu Würzburg mitzuwirken, sowie nach Maßgabe des Rechts in der Verwaltung der Diözese Würzburg Leitungsaufgaben zu übernehmen. Weiterhin ist das Domkapitel das Konsultorenkollegium der Diözese und deshalb insbesondere an der Verwaltung des Diözesanvermögens beteiligt. Bei der so genannten Erledigung des Bischöflichen Stuhls übermitteln die Mitglieder des Domkapitels dem Heiligen Stuhl unmittelbar eine Liste von Priestern, die für das bischöfliche Amt würdig und für die Leitung der Diözese geeignet sind, und wählen einen Diözesanadministrator. Die Kleidung aller Domherren besteht aus Talar und Zingulum, Rochett, Mozetta und Birett sowie dem Domkapitelszeichen. Dieses ist ein goldenes Kreuz, das auf der einen Seite das Bildnis des heiligen Kilian, auf der anderen Seite das Bildnis des heiligen Andreas zeigt. Es bleibt im Eigentum des Domkapitels und geht nach dem Tod des Domherren wieder an das Domkapitel zurück.
(4009/1106; E-Mail voraus)
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